Von Windhoek nach Kapstadt und zurück

3 Monate durch Namibia und Südafrika

 

Nach 11 Std Flug, ab München, kam ich morgens in Windhoek an. Ob es die alte Dampflok vor dem Bahnhof ist, oder das Reiterdenkmal, es finden sich noch viele Spuren aus der deutschen Kolonialzeit in der Stadt. Ich verlies Windhoek nach Westen, in das Khomas Hochland. Die Straße wurde nach 25 km zur einer Schotterpiste. Eine hügelige Strecke mit steilen Anstiegen in spärlich bewohntem Gebiet. Auf der Schotterpiste waren viele Dickpanse (allesfressende Käfer) und am wegesrand, Termitenhügel, einige Schakale & Paviane auf dem Weg nach Karibib. Bei ca. 40 Grad fuhr ich über Omaruru nach Outjo und sah zwei Warzenschweine an einer Tränke. Durch bergiges Gelände am Fingerclip (Gesteinformation)
vorbei, führte der Weg durch Khorixas zum Petrified Forest (schöne Welwitschia Pflanzen). Danach fuhr ich auf der Wellblechpiste weiter nach Twyvelsfountain (beeindruckende Felsmalereien). Die Nacht ver- brachte ich auf dem Aba Huab Camp wo eine wildgewordene Eselshorde meinen Schlaf mehrmals unterbrach.  In einem Canyon in der nähe schaute ich mir die Organ Pipes an. Das gezuppel auf den Wellblechpisten verursachten neben schmerzen in den Handgelenken, noch Zahnschmerzen, und einen AVS der Zeitweise um die 12 km lag.
An dem Tag als ich an Uis und am Brandberg vorbei in Richtung Skelett Küste gefahren bin, war es wieder so heiß, daß die Luft flimmerte und als ein Vogel Stauß, in der Ferne,vor mir die Straße überquerte (ein Strauß in diesem Ödland), dachte ich, ich sehe eine Fata Morgana. Auf der Küstenstraße fuhr ich nach Cape Cross um mir die große Robbenkolonie, mit bis zu 250.000 Tieren, anzuschauen. Die vielen Tiere sind schön anzuschauen, aber der Gestank war so stark, daß mir die Augen tränten. Entlang der Küste ging es nach Hentiesbaai und Swakopmund. Dort gibt neben einem Aquarium (mit Haien und Rochen), ein gutes Museum und viele Kolonialbauten. Die Sonne wurde abends von den Wolken geschluckt.
Um im Namib Naukluft Park campieren zu dürfen, mußte ich mir eine Erlaubnis (90 Namibia Dollar) bei der Nationalparkbehörde kaufen. Rechts der Ozean, links die Wüste, dann Walvis Bay und die vielen Flamingos in der Lagune, so ging es gegen den Wind stetig bergauf ins Landesinnere vorbei an den Vogelbergen, in den Kuiseb Canyon. Als ich am nächsten Tag in Solitaire (der Ort besteht aus einer Tankstelle mit Hutts und Campingplatz, der Eigentümer ist ein Ire) ankam, fing es an zu regnen. Da es nicht mehr aufhörte zu regnen, verbrachte ich den Rest des Tages auf der Veranda mit Schwarzwälder Kirschtorte & Kaffee und am abend mit Spagetti & Tomatensauce.
Dadurch das es soviel geregnet hatte waren die ausge- trockneten Flußläufe nun mit Wasser gefüllt. Das be- deutete für mich, daß ich nach Sessriem, nur zur Dune 45 und nicht bis ins Soussusvlei kam und das ich auf dem Weg nach Helmeringhausen mein Fahrrad und die sechs Packtaschen zwei mal durch ca. einen Meter tiefe Flüsse tragen durfte. Die Schotterpistenverhälnisse waren somit Waschbrettartig, mit Spurrillen und Pfützen. Ich war froh nach 200 km, bei Aus wieder Teerstraße unter mir zu haben. Auf der einsamen Straße nach Lüderitz, begegnete ich den " wilden Pferden von Garub" (Nachkommen der Pferde aus der Kolonialzeit), die es trotz der Hitze und der schlechten Verpflegungsmöglichkeiten geschafft haben
hier in der Wüste zu überleben. An Kolmannskoop (verlassene Diamantenstadt) vorbei zum Haifish Island Lighthouse, der Felsenkirche, dem Wörmannhaus und dem Bahnhof nach Lüderitz. Von dort fuhr ich zurück über Aus, nach Seeheim, wo es dann wieder Anfing zu regnen und die ganze Nacht nicht auf- hörte. So wurden einige Schotterpisten gesperrt, weil der Hardap Damm geöffnet wurde, um Wasser aus dem überfüllten Stausee abzugeben. Ich mußte nun den Umweg über die Hauptstraße nach Grünau fahren um zum Fish River Canyon zu kommen.
Dort verbrachte ich die Nacht auf dem Camp und genoss den Sonnenuntergang am Canyon. Auf dem Weg nach Karasburg begegnete ich einem Camälion, sah Stein- böcke und einige Oryx. Über die Grenze nach Südafrika gab es keine Probleme, nur der Grenzposten lachte als er mich mit dem Rad sah. Von Upington (the hottest Place on Earth) es waren mehr als 40 Grad, nach Kakamas wurden an der Straße Früchte getrocknet und die verbreiteten einen lecker süsslichen Geruch. Beim Augrabies Wasser- fall lagen viele Klippschliefer, aufgrund der Hitze, faul im Schatten. Auf weggespülten Schotterpisten ging es in einen Köcherbaumwald bei Kenhard. Am Morgen wurden im Ort unzählige tote Grasshüpfer zu Haufen zusammen- gefegt. In Marydale wurde die Suche nach einem Zimmer
zur Ortsrundfahrt. Vom Supermarkt, zur Tankstelle, zum Schlachter, dort stand mir eine Frau mit großem Messer und blutigen Händen gegenüber und meinte ich könne bei Ihr schlafen. So ein Angebot konnte ich natürlich nicht ablehnen. Es stellte sich raus, daß die Frau (Marnie) in dem alten geschlossenen Hotel wohnte (Norman Bates läßt grüßen), und ich zum Abendessen mit ihrer Familie eingeladen war. Auf wenig befahrener Straße über Prieska, Britstown und Victoria West kam ich nach Graaf Reinet (älteste
Stadt Südafrikas mit viele Gebäuden im holländischer Baustil).  Von dort machte ich eine Tour ins Valley of Desolation, mit einen schönen Panoramablick über das Karoo Heartland. Dann ging es weiter in den Addo Elefant Nat.Park, wo ich nicht nur vielen Elefanten sehr nahe kam, sondern auch Zebras, Kudus, Prärie Dogs, Meerkatzen, Schakale, ein paar Dung Beetle, und ein Nashorn sah. An einigen Townships von Port Elisabeth vorbei, fuhr ich auf die Gardenroute zum Tsitsikamma Nat. Park. Wilde Steil- küste am Stormy River und einen schönen Sonnenunter- gang gab es am Abend zu sehen. Die Gardenroute hat selten einen Seitenstreifen, viele Trucks, und es ist manch- mal Lebensgefährlich. Für eine Radtour kann diese Strecke nicht empfehlen.
Ich bin auf Nebenstraßen und Feldwegen nach Knysna, Outshoorn, und Arniston ans Cape Agulhas, dort wo sich Indischer und der Atlantischer Ozeans treffen, gefahren. An der Struisbaai gibt es einen schönen Leuchtturm und ein Schiffswrack zu sehen. Immer schön an der Küste entlang, jeden Abend eine schönen Sonnenuntergang, so fuhr ich zur Pinguinkolonie bei Betty`s Bay und weiter zum Kap der guten Hoffnung, wo das Oberhaupt einer Pavianherde (ca. 15 Tiere kamen direkt auf mich zu) mir seine
Zähne zeigte, weil er meine Kekse haben wollte. Durch Kapstadt, weiter an der Küste entlang (immer den Tafel- berg im Blick), fuhr ich in den West Coast Nat.Park (guter Platz um Vögel zu beobachten) und nach Elandsbaai auf der miesesten Schotterpiste auf der ich je war. In der Brandung surften einige Delphine in den Wellen. In Lamberts Bay beobachtete ich eine Kolonie von Kap Tölpel (Tölpel wegen der ausgefeilten Landetechnik), einige Robben und ich sah zwei große Feuerquallen. In meiner Unterkunft bekam ich Abends Weintrauben und eine Languste geschenkt (ja manchmal meint es das Leben gut mit mir). Am Olifantsriver entlang, auf die Cedar Berge zu, fuhr ich auf der N7 nach Norden, ins Garies
Valley. Über Springbok ging es an den Orange River, wo die Grenze zwischen Südafrika und Namibia verläuft. Als ich mein Zelt am Orange River aufbauen wollte vertrieben mich viele Sandflies, die gerade anfingen mich unangenehm zu pisacken. An der Straße nach Norden über Nordoever, Grünau, bege- gnete mir eine Eselskaravane und einige Ziegenherden. Hinter Keetmannskoop besuchte ich den Giants
Playground. Auf einem Wandelpfad kann man sich an- schauen, wie bizarr die Natur Steinskulpturen erschafft. Als ich dann weiter über Asab, Marienthal, Maltahöhe in die Namib Wüste kam, zeigte sich mir ein grüner blühender Teppich mit ca. 30cm hohem Gras und Blumen in allen Farben. Das war das Resultat der vielen Regenschauer in den letzten Wochen. Auf sandigen Schotterpisten über die Zariesberge, bei gut 35 Grad, erwartete mich eine staubige Fahrt mit einem Plattfuß (wegen der vielen Morgensterne), nach Sessriem. Ich wollte das Soussusvlei, das ich auf der Hinfahrt nicht anschauen konnte, besuchen. Auf einem alten Truck, bei Vollmond um 4 Uhr 30 morgens, wurde ich bis 5 km vor das Soussusvlei gefahren.
Die letzten 5 km sind so sandig, daß dort nur Allradwagen fahren. Ich machte mich zu Fuß auf den Weg, und nach einem Kilometer bekam ich einen ride in das Vlei. Im Deadvlei lief ich zwischen dem abge- storbene Kameldornbäumen umher und am See im Soussusvlei wurde ich zum Picnic eingeladen.
Die 65 km lange Strecke nach Sessriem,in der Mittagshitze, zwischen den Dünen, auf einem hartem Wüstensand, war eine der schönsten die ich je geradelt bin. Nach 58 Tage war ich wieder in Solitaire, und diesmal tischte Moose (der Eigentümer der Tankstelle und des Camps) Apfelstrudel mit Sahne auf. Auf Schotterpisten mit mehr als 10% Steigung fuhr ich über den Remhodgepass, ins Camp Nauchas (wo ich wegen der massen von Morgensternen mein Bike auf das Camp getragen, und dann auf den Lenker gestellt habe), vorbei an den Auas Mountains zurück nach Windhoek. Die Radtour 3 Monate im süden Afrikas war großartig. Time is running, out of contol

In den 3 Monaten unter diesen Bedingungen hat das Material das ich dabei hatte nicht immer gehalten.

Das Bike: 3 Platten Vorn, 7 Platten hinten (trotz Mr.Tuffy), zwei Speichen reißen ab (natürlich Hintenrad Kranzseite), Bremsbautenzüge vorn & hinten reißen, der Low Rider vorn bricht und die Kabelbinder mit den ich den Bruch repariere reißen 2 mal, Befestigungsteile der Packtaschen (Orthlieb) reißen ab, Schrauben vom Gepäckträger rütteln sich los.

Sonst noch: Die Radschuhe von Shimano zeigen Auflösungserscheinungen und die Sohle bricht, Schrauben der Clickies rütteln sich los und gehen verloren, und ein Loch in der Term-a -Rest, dann mehrere Löcher in der Term-a- Rest und die Term-a -Rest ist hin.

Das alles passierte auf fast 3000 km Schotterpiste, mit meistens waschbrett Oberfläche, und 4500 km Straßen, die auch nicht immer wirklich Teerstraßen waren.