Von Vancouver nach Billings

Über die Columbia Icefields zum Yellowstone Nat. Park in den USA

Von Hannover über Frankfurt und Chicago kamen wir nach 18 Std um 22 Uhr in Vancouver an. Dort mieteten wir uns für 2 Tage im Shaughnessy Village Bed und Breakfast ein Zimmer. Am folgenden Tag machten wir sightseeing in Vancouver. Im Aquarium sahen wir Belugas, Orcas und Seeotter. Im Stanley Park machten wir ein Picnic und sahen die Totem Pfähle (siehe Foto rechts). Das anthropologische Museum beeindruckte mich mit den vielen Ausstel- lungsstückenund Schnitzereien. Und von dort hatten wir einen schönen Blick auf den Hafen (Siehe Foto unten links) und Vancouver Island. Wir er- fuhren das es in den letzten 3 Wochen fast durch-
gehend Geregnet hatte. In der Innenstadt sahen wir die Steam Clock, eine Uhr die mit Dampf be- trieben wird. Nach zwei Tagen fuhren wir über den Lougheed Highway No.7 (viele Autos, wie auf einer Autobahn) raus aus Vancouver. So gegen Mittag waren wir dann von grüner Landschaft, Bergen und nur noch wenigen Autos umgeben. Wir fuhren am Fraser River entlang, wo wir auch am Nachmittag unsere Zelte aufbauten. Bei einem Lagerfeuer am See sitzen, Maiskolben und Kartoffel garen und den Sonnenuntergang anschauen, so endete der erste Tag. Am nächsten Tag verließen wir den Fraser River und fuhren über Hope, Richtung Mannings P. Park. Nun ging es in der Berge,der erste Pass war 730 Hm hoch,der zweite, der Alison Pass hatte dann 1342 Hm.
Eine schöne Fahrt bergab brachte uns dann in den Mannings P.P.,dort konnte wir uns in einem kaltem Bach waschen und auf dem Hampton Campground bauten wir unsere Zelte auf. Das Lagerfeuer hielt uns die meisten Moskitos vom Leib. Nachts wurde es sehr Kalt, und das im Sommermonat Juli. Umge- ben von schneebedeckten Bergen, einigen Seen und viel Wald fuhren wir weiter über Princeton und Kelowna (wo wir den Highway verlassen konnten und auf einer Seitenstrasse parallel zum Highway fuhren) nach Vernon. Von dort ging es weiter am
Thompsen River entlang nach Kamloops, wo wir im Riverside Park unser Camp aufbauten und den Tag am River verbrachten. Auf einer Gravelroad auf der Westseite des Thompson Rivers konnten wir ca. 25 km dem Yellohead Highway No.5 fernbleiben, bevor uns eine Fähre übersetzte. Von Barrier aus geht es leicht, aber stetig bergauf in die Columbia Mountains. Umgeben von schneebe- dekten Bergen, ein 360 Grad Bergpanorama, sahen wir in den nächsten Tagen mehrere Schwarz- bären, Wapitis, Biberbauten, viele Streifenhörnchen und ein paar tote Schlangen. Auf dem Highway No.5 waren nicht viele Autos unterwegs und so machte das Radfahren viel Spaß.
Im Wells Grey P.P. sahen wir die Spahat Falls, einen schönen schmalen hohen Wasserfall mit einem kleinen Regenbogen, aber die vielen Moskitos ver- trieben uns aus dem Park. Am Dutch Lake sahen wir viele Seerosen und unzählige blaue Libellen. Da wir über 1000 Höhenmeter hoch sind, ist es Nachts und Morgens sehr kalt und das Feuerholz manchmal so klamm, das es nur schwer zu entzünden ist. Tagsüber wurde es, wenn die Sonne schien (und wir hatte viel Sonnenschein in den ersten 3 Wochen), bis zu 30 Grad Warm. Der nördlichste Punkt dieser Tour war das Blue River Camp in der Nähe von Mcbride,
dort zelteten wir beim einem sehr alten Chinesen. Weitab von größeren Städten, auf über 1000 Meter Höhe, war der Himmel voll mit Sternen, und die waren so hell, daß man seinen eigenen Schatten sehen konnte. Die Landschaft mit ihren Seen, schneebedeckten Bergen und den vielen Tieren war bis hier schon sehr schön, aber von nun an fuhren wir nach Südosten und kamen zu den Höhen- punkten dieser Tour. Im Mount Robsen P.P. (der höchste Berg der Rockies in Canada) sahen wir die Rearguard Falls und die Overlander Falls. Entlang des Moose Lakes fuhren wir über die Grenze von British Columbia nach Alberta in den Jasper National Park. Dort blieben wir zwei Tage und machten
Touren zum Lake Patricia (hier sahen wir Seeotter), Pyramid Lake und zum Magline Canyon. Nachdem wir nun zwei Wochen jeden Abend am Lagerfeuer unser Essen zubereitet hatten, gingen wir in Jasper italienisch Essen (Minestrone, Pasta und Pizza), um für den nächsten Tag ausreichend gestärkt zu sein. In der Nacht regnete es das erste mal auf dieser Tour und wir packen Morgens unsere Sachen naß zu- sammen. Das Wetter klarte auf, als wir die 14 km Bergauf zum Mount Edith Cavell fuhren. Auf fast 2000 Hm angekommen sahen wir den Angel Glacier (Photo links) und einen großen türkisfarbenen Gletschersee in den Eisschollen schwammen. Außerdem sahen wir
einen Grizzly, der sich an einem Baum zu schaffen machte und Kojoten auf über 1800 Hm. Wir fuhren den Icefield Parkway entlang, und die Landschaft ist unglaublich. Den ganzen Tag geht es an Seen, schneebedeckten Bergen, Wasserfällen und Gletschern entlang. In so kurzer Zeit habe ich selten so viele Fotos gemacht. Am Honeymoon Lake (siehe Photo unten) schlugen wir unser Camp auf und machten ein Feuerchen an um die Kühle zu vertreiben und das Essen zu kochen. Die zweite regenreiche Nacht folgte, was zur Folge hatte, das unsere Zelte nicht nur naß sondern auch dreckig wurden. Morgens hingen die Wolken tief in den Bergen und wir verzichteten auf Frühstück, packten alles zusammen und fuhren zu den Sunwapta Falls. Da gab es heissen Kakao und Pancakes
mit Ahornsirup. Es folgte ein steiler Anstieg zum Athabasta Gletscher und dem Icefield Center. Von dort hatten wir eine schöne Sicht auf den Gletscher und die umliegenden Berge. Weil viele Touristen mit Bussen unterwegs sind hält sich der Autoverkehr in grenzen. Am Rampton Creek trockneten wir unsere Sachen und Zelte am Lagerfeuer. Am folgenden Tag führte uns die Tour von dem Jasper N.P. in den Banff N.P.. Wir fuhren bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, um die 25 Grad, auf den Bow Summit mit 2085 Hm um eine klasse Aussicht auf den Peyto Lake (siehe Photo unten links) zu haben.
Entlang des Bow Lakes, mit schönem Blick auf den Bow Gletscher, ging die Fahrt weiter zum Lake Louise. Dann verließen wir den Banff N.P.und fuhren in den Kootenay N.P.. Auf der Grenzen der beiden Nationalparks, ist auch die Grenze zwischen British Columbia und Alberta. Und hier ist auch die Continental Divide. Das heißt das Wasser fließt von hier entweder in den Atlantischen Ozean (Richtung Banff N.P.) oder in den Pazifischen Ozean (Richtung Kootenay N.P.). Auf dem Kootenay Parkway fuhren wir bergab durch einen Nadelwald, um dann bergauf zum Vermillion Pass mit 1700 Hm zu Radeln. Wieder bergab durch das Kootenay Tal, um zum Olive Lake auf 1400 Hm wieder
bergauf zu Radeln. Diese anstrengende Tour wurde mit ca. 10 km bergab rollen nach Radium Hot Springs und einem langen Bad in einem heißen Pool beendet. Da die Versorgung hier besonders gut war (Morgens: Pankakes mit Erdbeeren und Sahne, Mittags: einige Stunden in und um den natürlich heissen Pool ver- bringen Abends: Pizza, Pasta & Eiscreme ), machten wir einen Tag rast und verbrachten den restlichen Tag mit lesen, Sachen ordnen und waschen. Am folgenden Tag ging die Fahrt über Wasa Lake (guter Campingplatz), Eureka (schöne Kirche) über die Grenze von Canada in die USA. Kurz vorher beginnt es zu Regnen, so das wir uns ein Motel suchen. Am
Abend überprüfte ich mein Bike, dabei stellte ich fest, das die Mavic Felge vom Hinterrad einen seitlichen, 3 cm langen, Riß hat. Da mir das schon mit unterschiedlichen Mavic Felgen passiert ist, halte ich diese zum Reiseradeln für völlig ungeeignet. In Whitefish, bei der Glacier Cyclerie, wurde innerhalb von 2 Stunden die Felge ausgewechselt, und ich bekam das Angebot: kauf eine neue Mavic Felge und wir senden die gerissene Felge ein, und du bekommst dein Geld zurück. Und das hat geklappt (die neue Mavic Felge ist innerhalb kurzer Zeit wieder gerissen, und das wurde von
Mavic nicht ersetzt). Richtung Süden, auf dem Highway 93, mit sehr vielen Autos, ging die Reise weiter. Wir fuhren am Swan Lake entland und dann auf eine Backroad, die dann am Flathead Lake zu einem matschigen Feldweg (wegen einer kilometer- langen Baustelle) wurde. Es fing wieder an zu regnen und als wir in der Baustelle auch noch einen Plattfuß hatten, beschlossen wir die Nacht in einem Motel zu verbringen und das "All you can Eat" Angebot von Pizza Hut wahrzunehmen. Auf dem Highway 83 ging die Fahrt durch das große Farm- und Weideland von Montana weiter zum Steeley Lake (guter Camping-platz), und über Helena (großer Dom) bis zum Tosten Staudamm (schön abgelegener Campingplatz), wo
wir im See schwammen und nach den paar Regentagen wieder ein Lagerfeuer machten und unser Abendessen grillten. Der Sonnenuntergang war sehr schön an diesem Abend (siehe Photo oben) und in der Nacht hatten wir einen tollen Sternenhimmel mit einigen Sternschnuppen.In den letzten Tagen in Montana hatten wir außer Rinder und Pferden kaum Tiere gesehen, sogar die Moskitos wurden weniger. Als wir nun in Richtung Yellowstone N.P. fuhren änderte sich das, und wir sahen Pelikane, Kojoten, Seeadler und Haubentaucher. Im Yellostone N.P. blieben wir drei Tage und dort sahen wir Bisons, Wapiti Hirsche, Streifenhörchen und Murmeltiere.
Bei einer Rundreise durch den Park sahen wir Mammoth Hot Springs, Old Faithfull Geysir, Sulfer Pool und Mud Vulcano, Gibbon Falls und wir be- suchten den Yellostone Canyon mit den Yellowstone Falls. Die letzte Nacht im Park verbrachten wir auf dem Bay Bridge Campground auf 2357 Hm und wanderten zur Natural Bridge mit einem Wasserfall. Im Yellostone N.P. gibt es große verbrannte Flächen die einen traurigen Eindruck vermitteln, aber wenn man etwas genauer hinschaut sieht man das die Natur sich regeneriert und überall wieder kleine grüne Pflanzen wachsen. Die Bisonherden ver- sperrten mehrmals die Straße und so kamen wir
diesen Tieren mit ihren Jungen sehr nah. Als wir duch den Park fuhren, blubberte es immer wieder am Straßenrand, überall roch es nach Schwefel und hinter jeder Kurve sahen wir eine neues Natur- schauspiel. Ich fand den Yellowstone N.P. mit der Tierwelt, den Geysieren, den Pools und den Bergen schon sehr beeindruckend. Auf dem Highway 14, über den Silvian Pass mit 2609 Hm fuhren wir Richtung Osten in den Shoshone Forest. Im Shoshone Canyon waren wir dann von Steinskulp- turen umgeben. Hier gibt es Plätze mit namen wie Million Dollar View oder The Holy City, die um- schreiben wie die Gesteinsformationen aussehen.
An einem Wasserfall begegneten wir einen ausge- wachsenen Elch mit einem großen Geweih (Siehe Foto Links). Als nächstes kamen wir am Buffalo Bill State Park mit dem Stausee und dem Buffalo Bill Damm vorbei, bevor wir nach Cody kamen. In Cody fand ein Rodeo statt und die Stadt war dadurch überlaufen mit Cowboys und Pferden. Durch Powell zum Highway 310 fuhren wir über die Grenze von Wyoming und Montana auf wenig befahrene Straße am Yellowstone River entlang nach Billings. Dort hatten wir zwei Tage zum Rückflug organisieren (Bikekarton u.a.) und ausspannen im Wirlpool, bevor wir über Denver und Frankfurt zurück nach Hannover
flogen. Mein Bike kam nicht mit uns in Hannover an, es war unterwegs verloren gegangen und wurde mir zwei Tage später zugestellt.

In Canada fand ich die schneebedeckten Berge, die vielen Gletscher, Wasserfälle und Seen sehr schön. Von solch einer Landschaft umgeben zu sein, dort zu Campen und Fahrrad zu fahren hat mir sehr viel Spaß gemacht.

In den USA war entloses Farm- und Weideland in Montana eine eintönigere Landschaft, aber der Yellowstone N.P. war ein Höhepunkt dieser Tour.

Es gab viele schöne Momente auf der Tour, z.B. wir sitzen am Honeymoon Lake, es wird Windstill und die Wasseroberfläche beruhigt sich, es bildet sich ein klares Spiegelbild der angrenzenden Berge im See, nur für einen Moment, dann kommt der Wind zurück, eine Welle entsteht und alles ist vorbei. Ich fand es sehr schön Morgens früh, allein auf dem Campground ein Lagerfeuer anmachen, ohne Moskitos, die Landschaft anzuschauen, das knistern des Feuers und die Vögel zu hören.

Tourinfos:

Die Tour begann Mitte Juli und endete Mitte August. In Canada fuhren wir durch die Bundesstaaten British Columbia und Alberta. In den USA waren es die Staaten Montana und Wyoming. Wir sind an 31 Tagen von Vancouver nach Billings 3300 Km gefahren. Davon hatte wir 3 Wochen Sonnenschein mit bis zu 30 Grad und ein paar Wolken. An 10 Tagen war es Bewölkt, und hat Geregnet. Das Wetter hatte ein paar Überraschungen parat, z.B. hat es 2x bei ca. 25 Grad angefangen zu Hageln. Der höhste Punkt der Tour war den Dunraven Pass im Yellowstone National Park mit 2700 Hm. Der Autoverkehr war nur an einigen Knotenpunkten viel. Einen Seitenstreifen gibt es fast überall, aber dort liegt halt auch häufig mal Glas oder Rollsplit. Gefährlich nah kamen uns nur andere Touristen mit Caravans. Entlang dieser Strecke sind die Versorgungs-möglichkeiten sehr gut, es gibt in fast jedem Ort einen Grocery Store oder einen Supermarkt. Auf den Campingplätzen haben wir unsere Verpflegung, in einem Sack, in einiger Entfernung vom Zelt mit einer Leine, in eine Baumkrone gezogen. So war sie Bärensicher verstaut. Wir haben 19 x Gezeltet und 12 x im Motel gewohnt. Und inklusive Flug hat alles zusammen ca 2300 Euro gekostet.

 

Apropos Moskitos:

 

- groß,

- gefräßig,

- in Schwärmen,

- stechen durch Joggin- + Radhose,

- vertreiben uns von schönen Plätzen,

- fallen manchmal richtig über uns her,

- eine Plage,

- ab 1500 Hm ist ihnen zu kalt,

- im Zelt sind keine.

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