Fotobuch & Reiseberichte
von Radtouren
auf 5 Erdteilen

Das Buch zu den Reisen mit über 800 Fotos
Softcover
206 Seiten Farbdruck
Einzeldruck/Selbstkostenpreis
42,95 Euro + Versand

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 Türkei, der Osten


  Ankara - Kapadokya - Nemrut Dagi - Van Gölü - Elazig - Ankara

Um 8 Uhr Frühstücken, dann 20 km zum Bikeladen fahren, einen Karton unter den Arm klemmen und weitere 5 km zum Flughafen von Hannover radeln. Dort verpacke ich das MTB und fliege um 15 Uhr direkt in 3 Stunden nach Ankara. Dort ist es eine Stunde später, und nachdem ich das Bike zusammen- gebaut, alles aufgeladen und Geld getauscht habe wird es schon Dunkel. Ich lege den Karton unter eine Auffahrt und fahre in Richtung Ankara. Am ersten Kreisel fahre ich links auf einem schmalen Weg mit Wiesen und Feldern um dort mein Zelt aufzubauen.
Am nächsten Morgen ist es um die 0 Grad (es ist Mai), und es fällt etwas Schnee. Ich fahre über die Dörfer,bis zur Straße die über Akyurt nach Kalecik führt. Diese hat einen Seitenstreifen und einiges an Verkehr. In beiden Orten kaufe ich Verpflegung und trinke heißen Tee um mich etwas aufzuwärmen. Hinter Kirikkale, bei Keskin verlasse ich die Hauptstraße und fahre auf schmalen Straßen, fast ohne Verkehr (Photo oben links), nach Hirfanlar. Kurz vor dem Ort ist eine Tankstelle, von dort hatte ich eine schöne Sicht über den Stausee. Ich fragte den Tankwart ob ich bei Ihm mein Camp aufbauen darf und er lud mich zum Tee und campen ein.
Der neue Tag begann mit wolkenlosem Himmel und Sonnenschein. Meine Tour führte über Schotter- pisten und teilweise asphaltierte Wege, erst am Stausee und dann am Fluß Kizirlirmak entlang. An dem Weg gibt es einige Frischwasserquellen und in Savcili konnte ich einkaufen. Nach 120 km fand ich am Fluß einen Sandstrand zum Zelten. Über Avanos fuhr ich bergauf in den Göreme Milli Park. In einem Canyon sah ich dann Gesteinformationen wie auf dem Photo oben rechts.
Durch Ürgüp und an Mustafapasa vorbei, immer weiter bergauf, komme ich bei Basköy auf ca. 1500 Hm auf ein Plateau. Es gab einen schönen Sonnenuntergang mit einer weiten Sicht (Photo oben links) und es wurde eine kalte Nacht. Nachdem ich dann am kühlen Morgen bergab ins Tal nach Yesilhisar ge- fahren war, stand ich vor einer großen Salzfläche. Die Sonne schien, es war warm und die Wolken hingen im fast 4000 Meter hohen Erciyes Dagi. Die Luft flimmerte über der Straße durch diese Ebene, und nach 25 km stand ich vor Sultan Sazligi, einem See mit vielen großen Bäume und hunderten von Fröschen. In dieser Einöde entspringt eine Quelle die diese Oase entstehen läst (Photo unten links).
In Develi bekam ich in einem kleinen Lebensmittelgeschäft zum Tee auch ein frisch gebackenes Pidebrot und ein paar Kekse. Der Besitzer wußte wohl was mich in den nächsten Tagen erwartet und wollte mich stärken. Der Weg nach Göksun führte mich über 4 Pässe bis in den Schnee auf fast 2000 Hm.
Hinter Göksun gibt es neben der Hauptstraße einen Weg über Cardak nach Elbistan. Anders als auf meiner Türkeikarte verzeichnet gibt es dort keinen See und der Weg trifft erst bei Kabsadag, 15 km vor Elbistan auf die Hauptstraße. In dem Köy Köy Atlanti (von Dorf zu Dorf Atlas), ist der Verlauf des Weges genau verzeichnet. Dieser Atlas hat mir fast immer eine alternativ Route gezeigt wenn ich z.b. wegen zu viel Verkehr nicht weiter auf der Hauptstraße fahren wollte.
Nachdem ich hinter Elbistan eine längere Steigung hinter mich gebracht hatte gibt es den ersten Regen- schauer, den ich unter einem kleinem Regenschirm (hatte ich zum ersten mal dabei und kann ich nur empfehlen) abwarte. Bis nach Darica geht es viel bergab. Dort angekommen gab es ein Gewitter, das vom Nachmittag an bis in den späten Abend dauerte. Ich fand einen Unterstand bei Mehmet, in seinem kleinen Lebensmittelmarkt. Als ich Mehmet fragte ob es im Ort eine Schlafmöglichkeit gibt, öffnet er eine Tür neben seinem Markt, und zeigt mir den Gebetsraum in dem ich schlafen darf. Ich bekomme neben Kaffee, zu aufwärmen, ein Abendessen und einen Abend neben dem Ofen mit der Familie. Die Gast- freundschaft die ich im Ostteil der Türkei erlebe ist groß.



Es geht über einen 1800 Hm Pass nach Akcadag. Dort kaufe ich Lebensmittel und fahre dann auf einer schmalen Nebenstraße über Ören, Dogansehir und Sürgü (einfaches Hotel, 25 TL) nach Adiyaman. Von Kätha fahre ich in den Nemrut Dagi Milli Park und sehe den Karakus Tümülüsu (ein Adler auf einer Säule). Dort empfängt mich am Abend das nächste Gewitter. An einer Tankstelle stelle ich mich unter. Der Tankwart teilt sein Abendessen mit mir und ich kann dort Zelten. Am Tag darauf fahre ich zur Karadut Pension (25TL inkl. Frühstück), lege mein Gepäck unter die Treppe, und mache mich an den 15 Km langen und steilen Anstieg zum Gipfel. Der wird mit, einem Hagelschauer nach 10 Km und mehreren Km die eine Steigung mit mehr als 11% haben, echt anstrengend. Auf der Hälfte der Strecke musste ich 7 TL Eintritt bezahlen. Bis dahin gibt es Quellen und Hotels um Wasser zu bekommen, danach bis zum Gipfel nicht mehr.
Oben angekommen erwartete mich ein Fußweg um die letzten 250 Hm zu den Thrones and Heads zu überwinden. Dann stand ich vor Apollo, Zeus, Horus und anderen. Dieser Platz sollte ein Wallfahrtsort für alle Religionen und ein Ort des Friedens werden. Die Grabkammer des Königs wird unter der aufge- schütteten Pyramide vermutet. Eine tolle Aussicht auf den Attatürk Stausee und die umliegenden Berge bietet sich von hier Oben.
Auf der Terrasse der Karadut Pension verbrachte ich den Abend mit Tee und Blick auf den Gipfel. Am Morgen gab es ein reichhaltiges Frühstück. Auf dem Weg nach Siverek fuhr ich mit eine Fähre (kostenlos für Radfahrer) über einen Seitenarm des Attatürk Stausees. In Siverek bekomme ich frisch zubereitetes Lamacum und Nescafe zum Mittagessen. Danach geht es mit wenig Verkehr zurück in die Berge. Viele Militärposten und Baustellen sehe ich in den nächsten Tagen auf dem Weg über Cermik, Ergani, Hani und Lice. In Kulp werde ich zum Essen (Fladenbrot, Reis, Suppe, Zwiebeln, Bohnensalat, Tee) in ein Büro von einem GPS-Vermessungsunternehmen eingeladen. Ich werde auch häufig auf der Straße ange- sprochen und auch mal mit Obst oder Keksen beschenkt.
Hinter Kulp fahre ich am Silvan Fluß immer weiter Bergauf durch einen Canyon. Es gibt keinen Verkehr, Wasserfälle und schöne Aussichten. Es wird eine anstrengende und schöne Tour in die schneebe- deckten Berge. Nach langem Aufstieg finde ich am Abend einen Platz kurz vor dem Gipfel. Erst auf der Passhöhe am folgenden Morgen fand ich die erste Wasserquelle. Nach Mus geht es durch einige kleine Dörfer und meist bergab.

Zwischen Mus und Tatvan hat die Straße zum Glück einen Seitenstreifen, denn es gibt viel Verkehr. An diesen Tag erwarteten mich einige unfreundliche und wenig gastfreundschaftliche Begegnungen. Nicht nur das ich heftigen Gegenwind und so einen AVS von 12 Km/h hatte, um die Mittagszeit an der be- fahrenen Straße, in der Nähe von Güskin versuchten 4 Jugendliche, mich auszurauben. In Göroymak wollten Kinder mir mein Gepäck stehlen, und auch am Van Gölü in Kiryakkölü und in Serinkum wurde ich angegangen. Auch meine erste agressive Begegnung mit einem Hund fand am Van Gölü statt. Ich habe all das ohne körperlichen Schaden oder finanziellen Verlust überstanden, aber das Vertrauen in die Menschen war erst mal dahin, so etwas prägt einen.

Kurz vor Ahlat habe ich nahe des Van Gölü auf einer Anhöhe gezeltet. Am nächsten Morgen war ich um 6 Uhr in Ahlat auf dem alten Friedhof mit seinen großen verzierten Grabsteinen. Es folgte eine schöne Tour entlang des Van Gölü. Kurz vor Ercis machte ich eine Pause, um das Zelt zu trocknen, zu schreiben und etwas zu Essen. Ich überlegte nach den Erlebnissen am Vortag meine Tour zu ändern. Ich wollte dieses Gebiet nahe der iranischen Grenze schnell verlassen und über Patnos nach Erzurum fahren. Ich würde dann aber nicht den Sultanspalast und den Ararat sehen. Während ich meinen Überlegungen nachhin, stoppe ein Campingbus, ein Mann fragte ob ich deutsch spreche, stellte sich als Kurt vor und lud mich zum Spaghettiessen ein. Es stellte sich heraus das Kurt zum Ararat fahren wollte und mir anbot mich mitzunehmen. Und so verbrachten wir denTag zusammen und schauten uns den Sultanspalast und den Ararat an.
Da es fast den ganzen nächsten Tag regnete brachte Kurt mich über Agri nach Tutak. Nach einer Nacht unter einer Kamera, an einer Tankstelle, gegenüber der Polizeistation und einem Frühstück mit Brot, Marmelade und Honig verabschiedeten wir uns. Kurt wollte nach Georgien und ich fuhr am Murat Nehri nach Osten in die Berge. Die Strecke über Esmer, Karacak und Cakmaközü ist fast ohne Verkehr und führt immer höher in die Berge, bis auf den Köycegiz Gecidi mit 2301 Hm.
Erst in Karayazi gibt es die Möglichkeit Verpflegung zu kaufen. Es nieselt etwas, und es ist kühl auf über 2000 Hm. Ich fahre bis kurz vor Cevirme, dort zelte ich am Fluß. Nachts regnet es lange, und am Morgen stoppt ein Autofahrer und erzählt das die Teerstraße hinter Tekman aufhört und das der vielen Regen letzten Nacht den Weg in eine Schlammpiste verwandelt hat, was ich an seinem Auto sehen konnte. Ich entschied zurück zur Hauptstraße zu fahren und über Hinis und Varto in Richtung Mus meine Route zu verändern. Als ich den Anstieg hinter Hinis erklommen hatte, hatte die Sonne den Teerbelag über einige Km so aufgeweicht, das die Mäntel mit Steinen und Teer verklebten und immer größer wurden. Mit einem Stock beseitigte ich den Schmadder mehrmals .
Ich schaffte es bis 15 Km vor Mus, dann wurde es zu dunkel und es war zuviel Verkehr. Ich fragte einen jungen Mann (Üveys), bei einen Geschäft für Malerzubehör, ob ich dort im Garten mein Zelt aufbauen dürfte. Doch er führte mich ins Haus, in ein Gästezimmer und meinte ich könne dort schlafen und ich hätte doch bestimmt Hunger, er würde jetzt etwas für uns kochen. So verbrachten wir den Abend mit Essen, Musik vorspielen und TV schauen. Die Straße nach Bingöl und Elazig hat einen Seitenstreifen und um die Städte auch viel Verkehr. Die Fahrt geht über 1650, 1560 Hm Pässe und an einem Stausee entlang.
Als ich durch Elazig durchgefahren bin und auf die Straße nach Keban abbiege ist es mit dem Verkehr vorbei. Nach Keban fahre ich durch einen schönen Canyon bergab. An der Tankstelle vor dem Ort werde ich zu Tee und Köfte eingeladen. Ich muß meine Route auf einer Türkeikarte zeigen und als es sich bewölkt, zeigt mir der Besitzer einen Tankwagen mit einer Schlafkabine, wo ich die Nacht verbringen werde. Hinter Keban fahre ich über den Euphrat, und dann eine lange steile Steigung bis zum Abzweig nach Malatya. Ein schöner einsamer Abschnitt bis zum Abzweig nach Hekimhan. Ab dort kein Seiten- streifen und mehr Verkehr. Der Mantel am Hinterrad ist stark abgefahren, also tausche ich ihn ans Vorderrad. In Hekimhan läd mich ein Ladenbesitzer zum Nescafe und getrockneten Aprikosen ein, weil er mal wieder Deutsch sprechen möchte. Kurz vor Kangal sehe ich an einer Tankstelle ein schattiges Plätzchen (ein Rondel) für meinen Mittagsschlaf. Auf dem Weg nach Gürün bin ich dann wieder von schneebedeckten Bergen umgeben und in dieser Höhe sehe ich Störche nisten.
Von Gürün über Pinarbasi bis Tomarza fahre ich über zwei 1800 Hm Pässe und bin die ganze Zeit auf einem Hochplateau. Wenig bis gar kein Verkehr, immer wieder kurze knackige (10-12%) Anstiege und es gibt nur in den erwähnten Orten Verpflegung zu kaufen. 15 km vor Develi baue ich auf einem Feld mein Zelt mit Blick auf den Ericyes Dagi (Photo oben links) auf. Von Develi fahre ich wieder am Sultan Sazligi vorbei und durch die Salzebene bis nach Dörtyol. Ab da geht es langsam steiler werdend Bergauf nach Akköy. Unterwegs hatte ich eine klasse Aussicht auf die Ebene und den Dagi. Bergab nach Ürgüp, dort kaufe ich beim Bäcker ein und fahre auf viel befahrener Straße bergauf nach Uchisar.
Am Ortseingang, bei der Persion La Maison du Reve, bekomme ich für 24 Euro ein Zimmer mit Frühstück und all meine Klamotten werde gewaschen. Uchisar ist ein kleiner mit Läden, Internetcafe, Restaurants, Hotels und einem Castle. Am nächsten Tag machte ich Tour abseits der asphaltierten Straße um Göreme, bis Zelve.
Die Photos oben zeigen eine Höhlenkirche (Cavusin Kilisesi) die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.
Das Photo oben links ist nahe bei Zelve aufgenommen und auf dem rechts ist Uchisar mit dem Caste im Steinbogen zu sehen.
Ich verließ Kapadokya nach Norden über Avanos und fuhr bergauf mit wenig Verkehr bis Kabala. Dort war die Straße wegen einer Baustelle sehr schmal und staubig. In Toprakli konnte ich Verpflegung kaufen. Es bewölkte sich und ich bekam Gegenwind als ich über eine Ebene nach Kozakli fuhr. Auf dem Weg nach Sefaatli fing es an zu Nieseln und ich schaffte es noch bis in den Ort an eine Tankstelle um mich unterzustellen.
Ich wurde vom Patron der Tankstelle zur Begrüßung zum Nescafe eingeladen. Im verlaufe des Ge- sprächs regnete es immer mehr und die Dämmerung brach herein. Der Patron bietet mir die Mescit (Photo oben rechts) zum Übernachten an. Am Morgen bekomme ich Tee, frisches Brot, Oliven und Käse.
Die Straße nach Yozgat ist eine Baustelle und durch den Regen eine Matschpiste. Es regnet heute drei mal, jeweils ca. 45 Minuten. Einmal erwische ich ein Bushäuschen zum unterstellen und zweimal tut der Regenschirn gute Dienste. Danach scheint die Sonne bis ich Yazilikaya (Photo oben rechts) erreiche. Da ich die Regenschauer auf mich zukommen sehen bleibe ich im Kale Hotel (30 TL ink.Frühstück) mit Blick auf Bogozkale und Hattusas (Unesco Weltkulturerbe).
Nach einer ruhigen Nacht (ich war der einzige Gast) fahre ich früh nach Hattusas, zu früh, denn das Eingangstor ist noch verschlossen. Ich beobachte wie die Einwohner Bogozkales erwachen, das Vieh auf die Dorfwiese treiben und Holz sammeln. Die Polizei bringt den Wächter Hattusas um 8 Uhr 30, ich bezahle 5 TL Eintritt, lassen mein Gepäck beim Wächter und mache mich an den steilen Aufstieg zur Oberstadt. Das Photo oben links zeigt das Löwentor und das rechts den Blick von der Oberstadt auf die Unterstadt.
Nach der Besichtigung Hattusas fahre ich nach Bgozkale zum Einkaufen und Eis essen. Heute ist es bei strahlend blauem Himmel schön warm. Ich fuhr weiter auf Straßen mit wenig Verkehr, es ging auf und ab, über Salmanköy nach Hüyük. Dort gibt es die Sphinxen (Photo oben links) und Gräber aus der Bronze- zeit bei Alacahüyük zu sehen (4 TL Eintritt). Als ich dann die Straße nach Corum erreichte, ging es 15 Km mit Rückenwind bergab. Der Verkehr nimmt stetig zu und es macht nicht wirklich Spaß hier zu Radeln. Ich finde den Abzweig nach Osmancik, doch die Straße ist schlecht asphaltiert, sehr schmal und hat viel Verkehr. Hier macht es noch weniger Spaß zu radeln, aber auch der Köy Köy Atlanti zeigt mir diesmal keinen alternativ Weg. Der Straße führt in die Berge und die Landschaft wird echt schön. Durch schmale Täler mit Wäldern geht es in einer steilen Abfahrt an weißen Mohnfeldern vorbei, in Lacin kaufe ich Ver- pflegung und als ich dem Fluß Kizilimak nahe komme ist alles voller Reisfelder.
In Osmancik gibt es am Fluß (am Ortsende links am Fluss fahren) einen großen Park und viele Cafe`s. Entlang des Kizilimak sind bis zur Kreuzung nach Boyabat nur Reisfelder. Ab Kargi gibt es eine breite neue Straße die steil Bergauf in die berge führt. Nach 10 Km wird diese zu einem Schotterweg der weiter in die berge führt. Auf meiner Karte ist diese neue Straße nicht verzeichnet. Ich hatte mich auf eine Tour entlang des Flusses gefreut, stattdessen fuhr ich auf einer matschigen steilen Schotterpiste mit vielen Baustellen und LKW Verkehr durch die Berge. Nahe Saraydüzü bekam ich wieder Asphalt unter die Räder und in Boyabat konnte ich Einkaufen. Bis Duragan ging es viel Bergab und es war wenig Verkehr. Im Ort gibt es keine Unterkünfte. Es wurde langsam Dunkel als ich am Ortsausgang bei einer Tankstelle fragte ob ich hier mein Zelt aufbauen dürfte. Der Patron lud mich zum Tee in das Eßzimmer mit Küche ein. Nachdem wir uns beim Tee unterhalten hatten meinte er, ich könne auch hier mein Schlafsack aus- rollen und Übernachten. Nachdem ich am Morgen frisches warmes Brot aus der Bäckerei in Duragan geholt hatte machte ich mir einige Nescafe und aß ein Brot mit Aprikosenmarmelade. Danach fuhr ich am Altinkaya Stausee (Photos oben) entlang, dann ging es erst 10 Km mit 10% Bergauf und dann wurd es die nächsten 7Km bei 6-7% etwas flacher. Das war ein anstrengender Aufstieg zum Dütmen Pass, der hat 1440 Hm und nachdem ich ihn passiert hatte, ging es weiter bergauf.
Sonnenaufgang über dem Schwarzen Meer

Brücke nach Tasköprü

Es folgte eine steile Abfahrt nach Alacam. Dort konnte ich kaltes zu Trinken und warmes zu Essen kaufen. Danach fuhr ich auf der schmalen Küstenstraße. Bei Yakakent gibt eine Pension, Strand und 10 km ausgebauter Straße. Danach wird die Straße wieder schmaler und geht vom Schwarzen Meer weg in die Berge. Erst kurz vor Gerze ist das Meer wieder zu sehen. Ich baue mein Zelt nahe Gerze mit Blick aufs Meer auf. Ein schöner Sonnenaufgang (Photo oben links) scheint mir am nächsten Morgen direkt ins Zelt. Eigentlich wollte ich mir noch Sinop anschauen, aber ich habe von der schmalen Küstenstraße und dem vielen Autos genug und fahre bei Kabalik zurück in die Berge.

Auf einer neuen Straße mit einem Seitenstreifen fahre ich durch 2 Tunnel, der erste ist 250 Meter lang und einfach zu durchqueren. An dieser Strecke gibt es einige Quellen, aber keine Möglichkeit Verpflegung zu kaufen. Der 2 Tunnel ist etwas über 2 km lang und er geht steil bergauf. Im Tunnel gibt es alle 300 Meter große Ventilatoren. Die sind so laut, das ich die LKW`s im Tunnel erst höre wenn diese mich überholen. Ich fühle mich sicherer wenn ich den Tunnel nicht auf der Straße, sondern auf einer ca. 50cm hohen und 30cm breiten Bordsteinkante durchfahre. Dabei muß ich zwar immer wieder Metallbügeln ausweichen die aus den Stein ragen, aber ich bin weiter weg von den LKW`s. Nach dem Tunnel geht es steil bergab, bis ich bei Tekke nach rechts abbiege. Am Gök Irmak sind viele Reisfelder und es gibt einige Ziegeleien. Ich fahre auf einer Straße mit Seitenstreifen durch die Berge, an einer Brücke, 10km vor Hanönü, wird die Straße schmaler. In Hanönü kaufe ich ein und esse ein Käsepide. Einige Km später wird mein Vorder- reifen Platt, ich fahre auf einen Feldweg zwischen den Feldern, suche mir ein Camp (Photo oben links) und flicke den Schlauch. Ursache für eine Platten war zu zweitenmal ein Stück Draht.

Am nächsten Tag ist 25 km viel Verkehr auf schmaler Straße bis Tasköprü. Dort verlasse ich die Haupt- straße und fahre in die Pinienwälder. Es wird ein schöner Tag, keine Autos, klasse Landschaft und viel Anstiege über hunderte Höhenmeter und ebensolche Abfahrten. Es folgt ein längere Anstieg auf den 1640 Pass von Tosya. Danach eine sehr lange Abfahrt nach Tosya, und dann zeigt ein Schild das die nächsten 20 Km eine Steigung von 10% haben. Es wird eine anstrengende, aber sehr schöne Tour durch die Berge bis Iskilip. Zwei riesige künstliche Wasserfälle im Ort sorgen für Abkühlung. Danach sieht die Landschaft bis nach Kalecik ein wenig wie die Badlands in South Dakota aus. In Kalecik gibt es ein Hotel, das war vor vielen Jahren bestimmt auch ein gutes Hotel, aber Heute hat es die Qualität einer billigen teuren Absteige. Ich fahre aus dem Ort heraus zu einer Tankstelle, dort werde ich zu türkischem Nescafe (mit Haselnussgeschack) eingeladen. Es ziehen dunkle Regenwolken auf, es beginnt stark zu regnen, ich werde zum Essen eingeladen (Photo oben links) und darf im Restaurantneubau zelten. Es regnet die ganze Nacht, und ich bleibe trocken. Am nächsten Tag fahre ich nach Ankara zum Flughafen und mein Fahrrad wird ohne Karton (der Karton lag nicht mehr unter der Auffahrt) mitgenommen.

Infos unter: andreas.fassbender@gmx.net

 

Tourdaten:

35 Tage - 3955 Km,

3 Platten, Mäntel nach 3 Wochen getauscht,

Felge hinter gerissen, Gepäckträger gebrochen

6x Pension, 6x türk.Gastfreundschaft,

23 Camps, 1x deut.Gastfreundschaft (Kurt),

 

Die Menschen sind mir sehr gastfreundschaftlich begegnet.
In der Türkei gibt es Landschaftlich viel zu sehen. Von Sandstränden über Flußlandschafen mit Reis- felder, Salzwüsten, Stauseen, Halbwüsten, Hochebenen, Pinienwälder, Gebirgs- und Agrarlandschaften, bis zu schneebedeckten Bergen.
Ich fand es schön Anstrengend hier zu radeln.

Diese Tour duch Anatolien hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Wer eine Tour durch die Türkei plant und Kartenmaterial sucht: den Köy Köy Atlansi würde ich verkaufen.